Stimmen der Mitglieder Hier kommen unsere Mitgliedsorganisationen zu Wort, um ihre eigene Arbeit in der bayerischen Bildungslandschaft zu präsentieren. Die hier aufgeführten Positionen sind die der Mitgliedsorganisationen und entsprechen nicht unbedingt den Positionen des Forum Bildungspolitik.
Eine Schule für Alle e.V. – Pressemitteilung: 25 Jahre PISA: Bildungserfolg hängt noch immer vom Elternhaus ab – Bildungsprotest am 19. September München, 8. September 2026 Die heute veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie sind alarmierend: Deutschlands Schülerinnen und Schüler schneiden so schlecht ab wie noch nie. Rund ein Drittel der 15-Jährigen erreicht beim Lesen und in Mathematik nicht das grundlegende Kompetenzniveau. Besonders gravierend: Der Bildungserfolg hängt in Deutschland weiterhin stark von der sozialen Herkunft ab. Die Unterschiede zwischen privilegierten und benachteiligten Jugendlichen sind seit 2015 sogar größer geworden. Für Eine Schule für Alle in Bayern e.V. ist das nach 25 Jahren PISA ein bildungspolitisches Armutszeugnis. 25 Jahre Diagnose. 25 Jahre Stillstand. Genug geredet – jetzt muss gehandelt werden. Schon die erste PISA-Studie machte deutlich, wie eng Bildungserfolg in Deutschland mit dem Elternhaus verknüpft ist. Ein Vierteljahrhundert später besteht dieses Problem fort. Noch immer gelingt es unserem Bildungssystem nicht, soziale Benachteiligung ausreichend auszugleichen und allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft faire Bildungschancen zu eröffnen. „Ein Bildungssystem muss Unterschiede ausgleichen – nicht verstärken. Wenn nach 25 Jahren PISA die soziale Herkunft noch immer so stark über Bildungschancen entscheidet, brauchen wir endlich strukturelle Veränderungen statt immer neuer Problembeschreibungen“, erklärt Christine Lindner, Vorsitzende des Vereins. Sie ergänzt: „Solange Bayern Kinder so früh auf unterschiedliche Schularten verteilt, bleibt Herkunft entscheidend. Gemeinschaftsschulen wären ein Schlüssel zu mehr Bildungsgerechtigkeit, den wir als zusätzliche Schulart einfordern.“ Deshalb ruft der Verein zur Teilnahme am bundesweiten Bildungsprotest am 19. September 2026 auf. In Bayern finden Aktionen in München und Nürnberg statt. Unter dem Motto „Bildungsbunker machen krank“ machen Schülerinnen und Schüler mit Performances und interaktiven Aktionen sichtbar, was sich aus ihrer Sicht verändern muss: • mehr Bildungsgerechtigkeit, • echte Inklusion, • mehr Mitbestimmung und • weniger Druck. Die Protestaktionen in Bayern: • München: Samstag, 19. September, 10:30 Uhr, Rindermarkt • Nürnberg: Samstag, 19. September, 14:30 Uhr, Kornmarkt Eine Schule für Alle in Bayern e.V. lädt Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und alle, denen gerechte Bildungschancen wichtig sind, dazu ein, sich dem Protest anzuschließen. Denn nach 25 Jahren PISA ist klar: Wir wissen längst, wo die Probleme liegen. Jetzt müssen wir Schule verändern. Fachtagung „Gemeinsam in Vielfalt lernen“ Das Bündnis Gemeinschaftsschule Bayern lädt Sie schon heute herzlich zur seiner Fachtagung „Gemeinsam in Vielfalt lernen“ am 15. Februar 2025 in Dachau ein. Unser Bündnis hat sich vor etwa zweieinhalb Jahren mit dem Ziel gegründet, innerhalb des gegliederten Schulwesens in Bayern die Gemeinschaftsschule als weitere Schulart hinzuzufügen. Diese Schulart soll eine Antwort geben auf die allgemeine Bildungskrise, bei der insbesondere Schüler*innen aus benachteiligten Verhältnissen immer schlechter abschneiden (PISA[1], ifo) Dazu gehören auch Schüler*innen mit Beeinträchtigungen aller Art. Eine Schulart, die keine Zugangsvoraussetzungen kennt und die die Schüler*innen ohne Noten, jedoch mit zeitgemäßem Feedback zu ihrer Leistung neun oder zehn Jahre lang gemeinsam lernen lässt, wäre aus vielen Gründen die richtige Antwort auf die Anforderungen von Inklusion, bei der es laut Staatenprüfung zur UN-BRK in Deutschland und auch in Bayern auch eineinhalb Jahrzehnte nach ihrer Ratifizierung durch Deutschland immer noch erheblich hapert. Die Anträge zweier Kommunen aus Oberbayern und zuletzt einer der Landeshauptstadt München, eine solche Schule zuzulassen, wurden abgelehnt. Zur Begründung verschanzen sich die Kultusverantwortlichen hinter dem Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern, der die Beibehaltung des gegliederten Schulwesens festschreibt. Letzteres wollen die Antragsteller jedoch gar nicht antasten. Die politisch Verantwortlichen dagegen setzen die Gemeinschaftsschule mit provokanter Ignoranz als angebliche „Einheitsschule“ herab, die nicht gewollt sei. Gleichzeitig werden Gemeinschaftsschulen im ganzen Bundesgebiet immer wieder z. B. mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet, was die bayerische Herabsetzung als unzutreffend entlarvt. Allerdings ist sich die Bildungsforschung, sogar die bayerische, einig, dass inklusive Schulen „gute Schulen“ sind. Bei unserer Tagung wollen wir auf zwei Podien über die Gemeinschaftsschule diskutieren. Das erste ist den pädagogischen Fragen gewidmet, das zweite der politischen Durchsetzbarkeit in Bayern. Auch für das Plenum haben wir bekannte Menschen aus Bildungsforschung, Schulpraxis und Bildungspolitik eingeladen, um die Diskussionen auf möglichst breite Füße zu stellen. Zugesagt haben bereits: Stadtschulrat Kraus, Martina Borgendale (GEW), Dr. Michael Kirch, Stefan Ruppaner (Alemannen Schule), Prof. Dr. Hans Wocken, Prof. Dr. Reinhard Markowetz, Prof. Dr. Jörg Ramseger (Grundschulverband), Univ. Prof.in Dr. Sophia Falkenstörfer um einige zu nennen. Auch Sie möchten wir herzlich einladen, mitzudiskutieren und im Anschluss in Ihrem Medium zu berichten! Bitte merken Sie sich den Termin jetzt schon vor! [1] In Deutschland zählen 2022 nach dem PISA-Index 31 Prozent der Schülerinnen und Schüler zur obersten Stufe der internationalen sozioökonomischen Skala. Mit 534 Punkten in Mathematik erreichen diese Jugendlichen international einen der höchsten Werte für Schülerinnen und Schüler mit ähnlichem sozioökonomischem Hintergrund. Damit erzielen sozial privilegierte Schülerinnen und Schüler in Deutschland 111 Punkte mehr als sozial benachteiligte 15-Jährige. Der Abstand zwischen beiden Gruppen ist größer als im OECD-Durchschnitt (93 Punkte) und seit 2012 unverändert. Chance für gerechte Verteilung von Bildung – Vortrag über Gemeinschaftsschule stößt auf großes Interesse Auf großes Interesse stieß der Onlinevortrag des Bündnisses Gemeinschaftsschule Bayern am 15.3.2023. Roland Grüttner referiert zum Thema “Chance Gemeinschaftsschule – Wie eine längere gemeinsame Schulzeit Gerechtigkeit mehrt und Lernen befreit” – das Video und die Präsentation können hier angesehen werden: Video-Aufzeichnung https://youtu.be/m6Ngsnp2Ink Präsentation Teil I: Warum Gemeinschaftsschule? https://prezi.com/view/XDbXjosF7ASiBqA5qRqC/ Präsentation Teil II: Wie geht Gemeinschaftsschule? https://prezi.com/view/gnvmgpsBYBl49j7YJ5Vr/