Logo-Kreis 3. Landesfachtagung Schulsozialarbeit 14. März 2009
 

Fachtagung Schulsozialarbeit

Ein Bericht

von Prof. Dr. Herbert Bassarak
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg


Junge Menschen suchen nach Antworten auf ihre Fragen zur eigenen schulischen und beruflichen Sozialisation. Mit diesen Fragen begegnen sie uns in der Schulsozialarbeit - aber auch darüber hinaus. Beratung und Hilfe brauchen vor allem Kinder und Jugendliche aus den desintegrierten, sozial benachteiligten und bildungsfernen Milieus.

OBIS e.V. und das Forum Bildungspolitik in Bayern veranstalteten gemeinsam die dritte Landesfachtagung Schulsozialarbeit in Fürth. Ziel war der produktive Erfahrungsaustausch und das Aufzeigen von problemlösenden Alternativen. Nicht zuletzt wollen OBIS e.V. und das Forum Bildungspolitik in Bayern die sozialräumliche und inhaltliche Vernetzung der Fachkräfte weiter vorantreiben und der Politik Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, die insbesondere den Schülerinnen und Schülern dienen.

Die Veranstalter stellten fest, dass trotz einer mehrere Jahrzehnte andauernden Entwicklungsgeschichte von Praxisformen und Fachdiskussionen Schulsozialarbeit auch heute noch kein etabliertes Handlungsfeld mit fachlichen Standards und Qualitätsmaßstäben ist. Schulsozialarbeit wird nach wie vor kontrovers diskutiert und agiert weiterhin im Spannungsfeld zwischen Jugendhilfe und Schule. Und vielleicht deshalb hat sich ein einheitliches Begriffsverständnis bisher noch nicht herausbilden können. So ist das handlungsleitende Aufgaben- und Berufsfeld der Schulsozialarbeit im bundesweiten Vergleich unterschiedlich umrissen. Neben dem Begriff Schulsozialarbeit werden noch synonym Begriffe wie "schulbezogene Jugendarbeit", "schulbezogenen Jugendhilfe", "Soziale Arbeit an Schulen", "Jugendarbeit an Schulen" und "Jugendsozialarbeit an Schulen" verwendet. Wie allein diese Begriffe bereits zeigen, findet sich Schulsozialarbeit in einem Überschneidungsbereich zwischen Schule und Jugendhilfe.

Bei allen Unterschieden lassen sich nach Meinung der Veranstalter folgende Merkmale festhalten, die der begrifflichen Fassung von Schulsozialarbeit dienen können:

Schulsozialarbeit wird in einem umfassenden Sinne verstanden und ist nicht einseitig mit einer bestimmten, weder ein- noch ausgrenzenden Sichtweise (sozial-)pädagogischer bzw. sozialarbeiterischer Arbeit an Schulen zu sehen. Schulsozialarbeit ist vom Grundverständnis her problem- und themenübergreifend und muss aufgrund der sich verschärfenden gesellschaftlichen Entwicklung, die auch vor dem Lern- und Lebensort Schule nicht Halt macht, an allen Schulen in Bayern zu einem festen integrierten Bestandteil werden.

Die Förderung der Qualität und Effektivität von Schule, Jugendhilfe und Schulsozialarbeit sowie von anderen Formen sozialpädagogischer Arbeit an Schulen in Bayern war zentrales Ziel der Tagung. Die Grundvoraussetzungen, die Rahmenbedingungen, die Arbeitsbedingungen sowie die Wirksamkeit von Schulsozialarbeit sollen verbessert und auf einem hohen fachlichen Niveau qualifiziert und stabilisiert werden. Die Rolle der Schulsozialarbeit als institutionalisierter, zuverlässiger sowie zugleich gleichberechtigter Partner innerhalb des bayerischen Schulsystems wird angestrebt.

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