Logo-Kreis Anpfiff zur zweiten Halbzeit:
Sprecher aller Landtagsfraktionen im Forum Bildungspolitik

 

 

Veranstaltung des Forum Bildungspolitik vom 9. Mai 2016

Das Forum Bildungspolitik in Bayern diskutierte mit Vertreter/innen der 4 Landtagsfraktionen

Es kamen: Walter Taubeneder (CSU), Martin Güll (SPD), Günther Felbinger (Freie Wähler) und Thomas Gehring (Bündnis 90/Die Grünen)

 

Bildungspolitik auf dem Prüfstand der Bildungsverbände: In der Mitte jeder Legislaturperiode des Bayerischen Landtags laden die Mitgliedsorganisationen des Forum Bildungspolitik in Bayern traditionell Vertreter aller vier Landtagsfraktionen ein. Was wurde erreicht? Wo sind die drängendsten Probleme? Welche Prioritäten gibt es für die zweite Halbzeit? Auch das Format der Veranstaltung hat Tradition: keine langen Ausführungen, sondern Dialog, direkte Fragen, klare Antworten, kurze Statements. Wer zu lange redet, den unterbrechen die Trillerpfeifen und Blechtrommeln der Name der Street Groove Band "Safado"

"Flüchtlinge und Bildung", "Individuelle Förderung", "Inklusion" und "Außerschulische Bildung" als Schwerpunktthemen gaben bei der öffentlichen Veranstaltung am 9. Mai 2016 in den Räumen des BLLV die Stichworte zum Dialog mit der Politik. Mit den rund sechzig Teilnehmern diskutierten:

  • Walter Taubeneder, Vorsitzender des Arbeitskreises für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie regionale Beziehungen der CSU-Fraktion,
  • Martin Güll, Bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Kultus im Bayerischen Landtag,
  • Günther Felbinger, Bildungspolitischer Sprecher der Fraktion der Freien Wähler,
  • Margarete Bause, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Sichtbar wurden zur "Halbzeitbilanz" im Forum Bildungspolitik in Bayern in erster Linie eine Fülle an Defiziten und drängenden Aufgaben im Bildungsbereich. Vor diesem Hintergrund fordert der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Kultus im Bayerischen Landtag Martin Güll "Verbindliches Handeln" und einen "Masterplan".

Unstrittig ist der anhaltende Gestaltungs- und Handlungsbedarf beim Thema "Bildung und Flüchtlinge". Für diese "humanitäre Großaufgabe", so der Vorsitzende des Arbeitskreises für Bundes- und Europaangelegenheiten der CSU-Fraktion Walter Taubeneder, wurden zahlreiche Ansatzpunkte thematisiert. "Wir brauchen hier multiprofessionelle Teams, mehr Personal und eine wirklich darauf ausgerichtete Pädagogik", erklärt Margarete Bause, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Martin Güll befürwortet einen "Bildungscheck" sofort bei der Erstaufnahme, um schulpflichtige Kinder und Jugendliche gezielt unterrichten zu können. Bause betont an dieser Stelle die "Schulpflicht für alle". Offen bleibt die Frage eines Verbandsvertreters, warum rund 26.500 der etwa 40.900 berufsschulpflichtigen Flüchtlinge keinen Platz in einer Berufsschule hätten.

Negativbilanz beim Thema Inklusion: nach den Errungenschaften der interfraktionellen Arbeitsgruppe stagniere der Prozess völlig, urteilt Günther Felbinger als Bildungspolitischer Sprecher der Fraktion der Freien Wähler. "Mehr Ressourcen, mehr Personal" seien gefordert, aber auch eine deutliche Professionalisierung. Felbinger fordert mehr Lehrstühle für Sonderpädagogik; Klaus Wenzel, Vorsitzender des Forum Bildungspolitik in Bayern ergänzt, dass Inklusion in allen Teilen der Lehrerbildung verankert werden müsse. Dies gelte für alle Bereiche, ob Integration, Inklusion, Ganztag, digitale Bildung, Stärkung der MINT-Fächer oder individuelle Förderung in all ihren Facetten. Martin Güll bekräftigt: "Unsere Lehrer sind gut, aber nicht zeitgemäß ausgebildet".

Mit Blick auf die zweite Hälfte der Legislaturperiode sieht Walter Taubeneder den Ausbau der Ganztagsbetreuung in Bayern "auf einem guten Weg" und setzt sich für "flexible Angebote", besonders im ländlichen Raum ein. Martin Güll will an der Forderung seiner Fraktion festhalten, ein verbindliches Recht auf einen Ganztagsplatz einzuführen. Er sieht im gebunden Ganztag die große Chance, außerschulische Belange in den Schulbetrieb zu integrieren und klarer umzusetzen, dass Lernen und Bildung lebensbegleitend sein müssten. Eine "qualitative Weiterentwicklung des Ganztags" zählt auch Günther Felbinger zu den Prioritäten seiner Fraktion. Und während Walter Taubeneder für die Regierungsfraktion weiterhin auf die "Mittelstufe plus" setzt und Margarete Bause für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen "ein Ende der Flickschusterei bei Gymnasium" fordert, bleiben die Freien Wähler auf G9-Kurs. "Hier werden wir die nächsten zweieinhalb Jahre nicht locker lassen", stellt Felbinger für die zweite Halbzeit in Aussicht.

Eva Graef

 

Weitere Informationen:

Programm

Pressemitteilung

Forderungen des Forum Bildungspolitik zur Landtagswahl 2013 in Bayern

 



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