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Eingabe an das Bayer. Kultusministerium vom 1.6.04
 

 
Schulpsycholog/innen in die Beratung




Die Arbeitszeit aller Lehrerinnen und Lehrer wird zum kommenden Schuljahr erhöht. Das Forum Bildungspolitik lehnt diese Sparmaßnahme der Bayerischen Staatsregierung generell ab. Unabhängig davon fordern wir für die Gruppe der Schulpsycholog/innen eine Korrektur der geplanten Umsetzung dieser Arbeitszeiterhöhung.

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat der Schulaufsicht mitgeteilt (u.a. KMS vom 10.05.04), dass auch alle Schulpsychologen ab 1. September 2004 mit einer Erhöhung der Unterrichtspflichtzeit im Bereich der Grund- und Hauptschulen, der Förderschulen und der Schulen für Kranke zum Schuljahr 2004/05 zu rechnen haben.

Petitum


Das Forum Bildungspolitik in Bayern fordert, dass die Erhöhung der Arbeitszeit bei Schulpsychologen und Beratungsrektoren der schulpsychologischen Beratung zugute kommt und nicht zu einer Erhöhung ihrer Unterrichtszeit führt.

Eltern und Schülerinnen und Schüler müssen bereits jetzt in vielen Fällen sehr lange auf einen Termin für eine schulpsychologische Beratung warten. Das führt bei ihnen zu Unmut und Unzufriedenheit und vergrößert bei den Schülerinnen und Schülern meist in gravierendem Ausmaß die Schwierigkeiten und Probleme, weil eine Hilfe durch Überlastung der Schulpsychologen nicht in absehbarer Zeit geleistet werden kann.



Begründung

1.  Erweiterte Aufgabenfelder und Beratungsbedürfnisse

In den letzten Jahren haben sich die Aufgaben der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen beträchtlich ausgeweitet. Sie werden sich darüber hinaus durch gesellschaftliche Veränderungen sowie durch geplante Veränderungen zusätzlich erweitern. Stichworte hierfür sind z.B. das KMBek zur Legasthenie, die Integration von Kindern mit Behinderungen an Regelschulen, Gewaltereignisse an Schulen, zunehmende Zahl verhaltensauffälliger Schüler/innen, eine wachsende Erziehungsunsicherheit zahlreicher Eltern, die geplante frühere Einschulung etc. Zusätzliche Zeit für schulpädagogische Beratungsarbeit ist deshalb dringend erforderlich.


2.  Schulpsychologen beraten mit einem schulart-übergreifenden Blick

Die jüngste OECD-Studie hat darauf hingewiesen, dass die Differenzierung in die verschiedenen Schularten in Bayern zu rigide und zu undurchlässig ist. Diese Erfahrung können die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen bestätigen. Es wird für Schülerinnen und Schüler zunehmend schwieriger, von einer weiterführenden Schulart in die andere zu wechseln. Durch den ständigen Austausch in der täglichen Praxis haben Schulpsychologen Einblick in die Probleme der verschiedenen Schularten, können ähnliche Problemstellungen analysieren und aufdecken. Zusätzliche schulpädagogische Beratung ist deshalb angezeigt.


3.  Ressourcennutzung

Schulpsychologinnen und Schulpsychologen bilden sich seit Jahren engagiert, freiwillig und oft in ihrer Freizeit und auf eigene Kosten fort, um den erweiterten Aufgaben gerecht werden zu können. Sie haben dadurch für alle genannten Aufgabenbereiche – nach Maßgabe einer gewissen Spezialisierung – Kompetenzen erworben. Es wäre eine Vergeudung vorhandener Ressourcen, ihnen im Zuge der Arbeitszeiterhöhung weitere Unterrichtstätigkeit zuzumuten, statt ihr spezielles schulpsychologisches Potential in Anspruch zu nehmen. Auch vom Bayerischen Kultusministerium wurde immer wieder der erhöhte Beratungsbedarf betont.

Beschlossen am 17. Mai 2004

Forum Bildungspolitik in Bayern

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