Logo-Kreis Bündnis für Toleranz beim Forum Bildungspolitik in Bayern
 
Geschäftsführer Martin Becher informiert und diskutiert

  Foto Martin Becher

München - 5. Oktober 2015

Becher: "Wir sind erst dann Teil der Lösung, wenn wir erkennen, dass wir auch Teil des Problems sind"

Das Bündnis für Toleranz in Bayern steht auf drei Mitglieder-Säulen: der Staat und die Kommunen, die Religionsgemeinschaften und die zivilgesellschaftlichen Akteure. So finden sich auf der Mitgliederliste neben Landtag, Kultus-, Sozial- und Innenministerium auch die beiden großen christlichen Kirchen und Organisationen der Zivilgesellschaft von den Lehrerverbänden bis zum Sportschützenverein. Gelegentlich werde das Bündnis als zu "staatstragend" kritisiert, aber es reiche "in alle Poren der Gesellschaft hinein", so Becher. Er rechnet vor, dass jeder Bürger in Bayern über die Zugehörigkeit zu Kirchen oder Vereinen 2- bis 3-fach in (indirektem) Kontakt zum Bündnis für Toleranz steht.

So, findet Becher, könne das Bündnis seinen wirksamen Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus und für Toleranz, Demokratie und Menschenwürde erfolgreich führen. Dass dies nötig sei, veranschaulicht er an verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungen: das Entstehen und Anwachsen der Pegida-Bewegung, den Konkurrenzkampf von rechtsextremistischen Klein- und Kleinstparteien und die damit verbundene Radikalisierung, das Bekanntwerden und die Aufarbeitung der NSU-Morde. Insbesondere beim Flüchtlingsthema offenbarten sich rechte Tendenzen, nicht nur am rechtsextremen Rand, sondern auch inmitten der Gesellschaft.

Becher lehnt es ab, den Begriff Rechtsextremismus anhand eines simplen Rechts-links-Schemas zu veranschaulichen. Viel lieber nutzt er das Bild eines Eisberges: An dessen Spitze - über Wasser - zeigten sich Extremtaten deutlich. Die Masse der aktiven oder auch schweigenden Unterstützer entzieht sich im Dunklen unter der Oberfläche dem direkten Einblick und Zugriff. Rassistische oder anderweitig menschenfeindliche Einstellungen seien in der Gesellschaft weit verbreitet. Becher betont, es gehe auch darum, sich an die eigene Nase zu fassen: "Wir sind erst dann Teil der Lösung, wenn wir erkennen, dass wir auch Teil des Problems sind." Niemand sei völlig frei von Vorurteilen.

Für die Zukunft wünscht sich Becher eine verbesserte (Präventions-)Arbeit gegen Rechtsextremismus, die nicht alleine in der Hand der Staatsregierung liegt. Diese sehe sich zwar als Hauptakteur bei der Abwehr von Rechtsextremismus. Becher dagegen hält es für wichtig, Vertretern der Zivilgesellschaft gleiche Bedingungen bei der Arbeit an Schulen oder in Jugendzentren zu schaffen. Nicht nur Polizei und Verfassungsschutz, sondern auch Vertreter des Bündnisses für Toleranz sollten in die Schulen eingeladen werden. So würde auch signalisiert: Die Abwehr von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz ist Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger.

Vanessa Hübsch

Das Forum Bildungspolitik in Bayern ist Mitglied im Bündnis für Toleranz.

Logo Bündnis
Homepage Bayerisches Bündnis für Toleranz

Forum Bildungspolitik in Bayern

Wir über uns
Unsere Geschichte
Mitgliedsorganisationen
Positionen
Veranstaltungstipps
Suche
Impressum/Kontakt