Logo-Kreis MdL Thomas Gehring zu Gast beim Forum Bildungspolitik
 
Bildungspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag

  Foto MdL Gehring

München - 14. Juli 2014 Thomas Gehring war bereits mehrfach Gast im Forum Bildunsgpolitik. Dieses Mal hatten die 44 Organisationen den Bildungspolitischen Sprechers der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag gebeten, zwei aktuelle Themen in den Mittelpunkt zu stellen: Die ganztägige Bildung und die Zukunft des Gymnasiums.

Ganztägige Bildung
Thomas Gehring kritisierte, dass die Staatsregierung den Ausbau der Ganztagsangebote ausschließlich quantitativ begreife. Die Sicherstellung eines qualitativen Mindeststandards scheitere an den Finanzen. Die Grünen setzen dagegen vor allem auf Qualität und haben entsprechende Haushaltsanträge gestellt. Indem die Staatsregierung jede Vielfallt des Angebots zulasse, schiebe sie die Verantwortung vom Land auf die Kommunen. Die Grünen dagegen setzen auf zwei Modelle:

Gehring bevorzugt gebundene Ganztagsschulen, die Unterricht und andere Angebote über den ganzen Tag rhythmisiert verteilen. Seine Überzeugung: Nur eine gute Ganztagsschule wird von Eltern akzeptiert und wird sich entsprechend durchsetzen. Kritisch sieht Gehring vor allen Dingen die Jahrgangsstufen 1 und 2 der Grundschule, da hier noch nicht einmal ein vernünftiger Halbtag angeboten werden könne.

Der Modellversuch zur Ganztagsschule sei seinerzeit mit 19 Unterrichtsstunden finanziert worden. Nach der Ausdehnung wurden allerdings nur noch 12 Stunden zur Verfügung gestellt. Die zusätzlich bereitgestellten 6.000 Euro wurden seit 2009 nicht erhöht/dynamisiert. Dies führe auch zu prekären Arbeitsverhältnissen im Ganztag. Neben der schlechten finanziellen Ausstattung sei der ständige Wechsel der Betreuungspersonen in diesem Modell kritisch zu sehen.

Als Gründe für die langsame Entwicklung der Ganztagsschulen in Bayern machte der Bildungspolitische Sprecher der Grünen schlechte Rahmenbedingungen und das Verbot der Klassenmehrung durch Ganztag verantwortlich. Letzteres führe dazu, dass Anträge gar nicht erst gestellt werden.

Gehring nennt als Kriterium für die Schule der Zukunft:

Gehrings Fazit: Ganztagsschulen stehen ganz oben auf der Tagesordnung. Um sie zu erreichen, braucht es ein breites Bündnis mit den Kommunen. Das von Seehofer in seiner Regierungserklärung ausgegebene Versprechen, bis 2018 in allen Schularten für jede Schülerin und jeden Schüler bis 14 Jahren ein bedarfsgerechtes Ganztagsangebot vorzulegen, sei nicht verlässlich.

 

Wie sieht ein besseres Gymnasium aus?
Der Landtagsabgeordnete Thomas Gehring geht auf das aktuelle Volksbegehren ein. Es eröffne aus seiner Sicht keine Wege, da es keine konkreten Lösungsvorschläge enthalte. Die Grünen haben einen eigenen Gesetzentwurf vorgelegt (Drs. 17/2447) und eine Anhörung im Bildungsausschuss beantragt und durchgesetzt. Die Ziele seiner Fraktion:


Gehring kritisiert, das Gymnasium werde wie keine andere Schulart durch Vorschriften reglementiert. Problematisch sei außerdem die Form der Leistungsbewertung. Sein Ziel sei mehr fächerübergreifendes Lernen, das auch Einzelnoten für Fächer und ein Abitur in einzelnen Fächern überwinde. Zu prüfen sei außerdem ein Abschulungsverbot wie in anderen Bundesländern. Besonders wichtig sei, dass jede Schule möglichst alle Abschlüsse vergeben können darf, das Abitur also nicht nur am Gymnasium erworben werden könne, wo viele Schüler/innen verloren gingen. Ein Gymnasium mit flexibler Oberstufe nach Vorstellung der Grünen biete Anknüpfungspunkte auch für Zugänge von Schüler/innen anderer Schularten.

Gehring geht davon aus, dass der Landtag im Herbst noch lebhafte Diskussionen erleben werde und dann zu einer Entscheidung kommen muss. Er wünscht sich, dass diese Diskussion pädagogisch geführt werde und sich nicht auf das Gymnasium beschränke, sondern alle Schularten einbeziehe.

Florian Fischer

Forum Bildungspolitik in Bayern

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