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15 Jahre Forum Bildungspolitik in Bayern

München, 21. Oktober 2006

Forderungen an die Politiker



Zur Veranstaltung zum 15-jährigen Bestehen des Forum Bildungspolitik in Bayern wurden auch die Fraktionen des Bayerischen Landtags eingelanden. Sie kamen hochkarrätig:

Aus dem Kreis der 34 Mitgliedsorganisationen wurden den Politiker/innen Forderungen vorgetragen. Die Politiker waren dann aufgefordert, sich aus diesen Forderungen jeweils 3 auszusuchen, die Sie binnen eines Jahres umsetzen wollen. Nach Ablauf dieser Zeit werden die Abgordneten erneut ins Forum Bildungspolitik eingeladen, um überd die Umsetzung zu berichten.

Nachfolgend finden Sie alle Forderungen, die an die Abgeordneten gerichtet werden.

Bitte beachten Sie: Es handelt sich um Forderungen aus dem Kreis der Mitglieder des Forum Bildungspolitik. Diese müssen nicht zwingend mit den Positionen des Forum Bildungspolitik übereinstimmen.

  • Die Nachfrage nach Ganztagsschulen im Hauptschulbereich ist groß. Im Schuljahr 2006/2007 gibt es in Bayern nur 90 staatliche Hauptschulen, die im Ganztagsschulprogramm mit nur noch 12 statt wie bisher 19 zusätzlichen Lehrerstunden pro Ganztagsklasse pro Woche ausgestattet werden. Die Schulen in freier Trägerschaft erhalten überhaupt keine zusätzlichen Lehrerstunden.
    Wir fordern, auch die Schulen in freier Trägerschaft einzubeziehen.
    Konkret: In einem ersten Schritt sollen 20 % der staatlichen und der privaten Hauptschulen binnen eines Jahres die Möglichkeit erhalten, sich in Ganztagsschulen umzuwandeln.
  • Die Montessori-Schule Bamberg braucht dringend 3 Schultafeln, da in 3 von 4 Klassen noch immer ohne Tafel unterrichtet werden muss. Wir erbitten Ihre Unterstützung.
  • Im Landkreis Aichach-Friedberg besuchen einige Kinder mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung als so genannte Außenklasse momentan gleichzeitig zwei Schulen: zwei Tage die Woche die Sonderschule in Aichach und drei Tage die Regelschule in Friedberg (Entfernung ca. 15 km). Diese für Kinder verwirrende und belastende Situation mit ständig wechselnden Bezugsgruppen und zusätzlichen Busfahrten halten wir für pädagogisch unangemessen und bitten Sie eine kindgerechte und integrationsfördernde Lösung herbeizuführen.
  • Im März 2006 hat die Kultusministerkonferenz die innerstaatliche Geltung der UN-Kinderrechtskonvention bestätigt. Nach Art. 23 UN-Kinderrechtskonvention haben die Vertragsstaaten die aktive Teilnahme eines behinderten Kindes am Leben in der Gemeinschaft sicherzustellen.
    Art. 41 BayEUG dagegen verlangt, dass ein behinderter Schüler selbst seine aktive Teilnahme am Unterricht nachzuweisen hat.
    Wir fordern Sie auf, diesen Wertungswiderspruch abzuschaffen und sich den internationalen Inclusionsentwicklungen bezüglich der Rechte von Kindern mit Behinderungen anzuschließen.
  • Die Grundschule Landshut-Berg benötigt dringend einen eigenen Raum für die Mittagsbetreuung und einen Raum für eine Lernwerkstatt.
    Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung.
  • Lehrerinnen und Lehrer von Grundschulen sollten Freistellungen für die Hospitation an Kindergärten und an weiterführenden Schulen erhalten sein.
    Wir bitten Sie um Ihre aktive Hilfe.
  • Wir fordern, dass die Wahlmöglichkeiten des Faches Religionslehre in der Abiturprüfung durch die Neustrukturierung der gymnasialen Oberstufe gegenüber der alten Regelung nicht erschwert wird.
  • Wir fordern, dass die Stundenbudgetierung in allen betroffenen Schularten keine negativen Auswirkungen auf die Bildung der Religionsgruppen bzw. auf deren Größe hat.
  • Möglichst alle Schülerinnen und Schüler sollen erfolgreich lernen.
    Wir fordern:
    1. Die Zahl der Wiederholer von derzeit 54.000 muss bis 2008 halbiert werden.
    2. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss muss von jetzt 8,4 % bis 2008 auf 6 % reduziert werden!
  • Wir fordern die Einrichtung einer Stelle eines Ombudsmannes oder einer Ombudsfrau in München als Ansprechpartner für die Eltern.
  • Wir fordern, dass der Bayerische Elternverband - wie die anderen Elternverbände auch - beim Einsammeln der Mitgliedsbeiträge durch die Schulleitungen unterstützt wird.
  • Bei der Sprachförderung von Schülerinnen und Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache werden Lehrkräfte und Pädagog(inn)en eingesetzt, die (nachweislich) die Muttersprache der Schüler/innen und die deutsche Sprache beherrschen. Eine formale Anerkennung im Ausland erworbener Studienabschlüsse in Pädagogik und/oder Germanistik oder der deutschen Sprache ist hierfür nicht erforderlich. Diese Sprachlehrer/innen werden vom Freistaat Bayern auf der Basis von Arbeitsverträgen an den Schulen mit besonderem Förderbedarf eingesetzt, z.B. entsprechend den Lehrkräften für muttersprachlichen Unterricht.
    Wir bitten Sie, diese Forderung umzusetzen.
  • Wir fordern einen Koordinator für die Schülermitverwaltung (SMV). Er soll die SMVen aller Schularten in örtlicher Nähe bei der Vernetzung und auch bei der SMV-Arbeit an der eigenen Schule unterstützen. Diese Aufgabe könnte beispielsweise von Zivildienstleistenden übernommen werden.
  • Wir fordern feste Räumlichkeiten für die Arbeit der Landesschülervertretung auf Landesebene. Wir brauchen Räume für unsere Sitzungen und Besprechungen, für ein Büro, eine Postadresse, Telefon und Computer.
  • Der Beziehungsaspekt beim Lernen ist stärker zu beachten. Um das zu erreichen fordern wir:
    1. kleinere Klassen und die dafür erforderlichen finanziellen Mittel
    2. mehr Zeit für Lehrerinnen und Lehrer um mit ihren Kindern und Jugendlichen altersentsprechend zu kommunizieren
    3. die Stärkung der Konfliktfähigkeit von Erziehern und Lehrern in der Aus- und Weiterbildung
    4. externe Fachkräfte wie z.B. Erziehungsmediatoren.
  • Wir fordern:
    Fachkräfte für Kinderpsychologie und Sozialpädagogik aus Erziehungsberatung und kinder- und jugendpsychotherapeutischen Praxen müssen an der strukturellen und inhaltlichen Entwicklung der Schule beteiligt werden.
    Dies garantiert, dass nicht nur Lernziele, didaktische Qualifikationen und Bildungsstandarde, sondern auch Kriterien für das Lernen und die Beziehung mit Kindern in verschiedenen Entwicklungsphasen berücksichtigt werden.
  • Wir fordern statt der herkömmlichen Beurteilung von Lehrerinnen und Lehrern persönliche Gespräche und Anleitung bzw. Anstöße zur persönlichen Entwicklung von Lehrkräften.
    Erst wenn Lehrer mehr als Menschen wahrgenommen werden, können sie auch mit ihren Schülerinnen und Schülern persönlicher und respektvoller umgehen. Der Staat muss seine Fürsorgepflicht als Arbeitgeber von Lehrerinnen und Lehrern wahrnehmen.
  • Die Jakob-Sandtner-Realschule in Straubing benötigt dringend eine Turnhalle mit den erforderlichen Freisportflächen. Anschließend ist der viel zu kleine Pausenhof für fast 700 Schülerinnen und Schüler zu erweitern.
  • Die Hauptschule Haar hat seit langer Zeit 3 Übergangsklassen für ausländische Schüler mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen. Einzugsgebiet sind München-Land, Freising und Ebersberg. Die kognitiven wie emotionalen Voraussetzungen dieser Schüler sind sehr unterschiedlich.
    Wir fordern deshalb eine zusätzliche Hilfe von außen (z.B. "Alternatives schulisches Angebot - ASA") um diesen Schülerinnen und Schülern einen gelungeneren Start in ihre neue Wahlheimat zu ermöglichen.
  • Eine Schule ohne staatliche Unterstützung für Lehr- und Arbeitsmittel. Für den künstlerisch-praktischen Unterricht wünschen sich Schüler und Lehrer:
    1. Stellwände für Ausstellungen
    2. Wechselrahmen für Ausstellungen
    3. eine Ausstattung für das Siebdrucken
  • Das Forum Bildungspolitik in Bayern hat eine Petition zu Kindern mit Migrationshintergrund gestellt. Der Titel lautete: "Verstärkter Ausbau der interkulturellen Erziehung für Kinder und Jugendliche in Bayern". Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass diese Petition mit "Würdigung" vom Bildungsausschuss beschlossen wurde. Wir fordern jetzt, dass konkrete Maßnahmen aus der Petition umgesetzt werden.
  • Die Bayerische Staatsregierung hat 2002 beschlossen, in 10 Jahren 350 zusätzliche Stellen für Schulsozialarbeit zu schaffen. Da dieses Ziel in den vergangenen Jahren nur teilweise umgesetzt wurde, hat das Forum Bildungspolitik in Bayern eine Petition angereicht. Wir freuen uns sehr, dass nun zusätzlich 71 Stellen geschaffen werden sollen. Wir fordern, den dennoch weiter vorhandenen Rückstand zügig aufzuholen und in den kommenden Jahren den Ausbau wie geplant voranzutreiben.
  • Wir fordern für alle Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf pädagogisch sinnvolle Klassengrößen.
    1. Die Klassenbildung an Förderschulen darf sich nicht weiter in allen Phasen an der Schülerhöchstzahl, sie muss sich vielmehr am tatsächlichen Förderbedarf orientieren.
    2. Bei der Kassenbildung an den allgemein bildenden Schulen muss der dramatisch zunehmenden Zahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf durch eine deutliche Absenkung der Klassenhöchststärke Rechnung getragen werden.
  • Die InititativGruppe (IG) sucht finanzielle Unterstützung zur Realisierung eines interkulturellen Jugend-Musikprojekts. Das Projekt ist Teil der außerschulischen Jugendbildung und greift die künstlerischen Bedürfnisse der Jugendlichen ausländischer Herkunft auf. Wir verstehen es als ganzheitliches Konzept zur Qualifizierung und Weiterbildung von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund. Bei allen Maßnahmen sollen die Eltern und Familien der Jugendlichen mit einbezogen werden.
    Wir suchen einen Zuschussgeber, der die Kosten des Projekts übernimmt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass zwar Eigenbeiträge der Schülerinnen und Schüler erhoben werden, die Zielgruppe aber auf Grund der schwierigen Einkommenssituation der ausländischen Eltern meist nicht in der Lage ist, die Gebühren zu zahlen.
  • Die Münchner Hauptschule an der Schrobenhausener Straße liegt in einem sozialen Brennpunkt. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund liegt bei ca. 70 %.Immer wieder gibt es Konflikte, die auch mit Gewalt ausgetragen werden. Die Kinder brauchen Unterstützung beim Lernen, beim Spracherwerb, bei der Konfliktbewältigung, bei der Berufsorientierung und bei sozialen und psychischen Problemen.
    Aufgrund dieser Situation erhielt die Schule vor zwei Jahren eine halbe Stelle nach dem Modell "Jugendsozialarbeit an Schulen". Dies reicht angesichts der Problemlage von ca. 300 Schülerinnen und Schülern bei weitem nicht aus.
    Wir bitten um Unterstützung für die Einrichtung einer Ganztagsstelle, so wie wir sie nun bereits zum dritten Mal beantragt haben.
  • Das vom Kultusministerium mit großem Aufwand eingerichtete Kriseninterventions- und -bewältigungsteam Bayerischer Schulspychologen "KIBBS" soll den Schulen auch weiterhin in seinem bisherigen personellen Bestand zur Prävention und zur Bewältigung von gravierenden Krisensituationen zur Verfügung stehen und den Aufbau regionaler Unterstützungssysteme weiter vorantreiben.
    Eine Reduktion oder gar Eliminierung dieser Struktur ist fachlich nicht zu begründen und würde zu erheblichen Folgekosten bei Traumatisierung und Belastung von Lehrkräften und Schülern führen.
    Wir fordern zu diesem Zweck je Teammitglied eine Zeitressource von je einer Stunde. Insgesamt sind 30 Stunden erforderlich.
  • Wir fordern für Kinder und Jugendliche mit Legasthenie, Dyskalkulie oder mit Beeinträchtigungen des Sozialverhaltens regelmäßige, fest verankerte Fördermaßnahmen und Trainings. Z.B. sind strukturierte nachmittägliche Betreuungsangebote einzurichten, die von den schulpsychologischen Fachkräften koordiniert werden. Schulpsycholog/inn/en sind dafür mit einem zusätzlichen Deputat von ein bis zwei Stunden zur Durchführung solcher Kurse bzw. zur Koordination von Maßnahmen einzusetzen. Pro Regierungsbezirk sind ca. 30 - 40 Stunden erforderlich.

Forum Bildungspolitik in Bayern

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