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Forum Bildungspolitik stellt Forderungen zur Landtagswahl
Spitzenpolitiker der 5 größten Parteien kamen zur Diskussion

von Dorothee Stinshoff-Kraus

Das Forum Bildungspolitik in Bayern lud zu einer besonderen Veranstaltung, um seine Forderungen zur bayerischen Landtagswahl 2008 zu diskutieren. Es kamen nicht nur die führenden Bildungspolitiker der drei Landtagsfraktionen, sondern auch die der Freien Wähler sowie der FDP. Trotz schweißtreibender Temperaturen entwickelte sich ein lebhafter Austausch mit über 100 bildungsinteressierten Gästen - begünstigt durch den innovativen Ablauf der Veranstaltung.

Die Organisatoren hatten nicht die übliche Form einer Podiumsdiskussion gewählt, sondern sie hielten die Politiker/innen im wahrsten Sinne des Wortes auf Trab: Eine kurze Einführung gab der Gründer und langjährige Sprecher des Forums Bildungspolitik, Albin Dannhäuser, der den Stab am gleichen Tag an Klaus Wenzel übergeben hatte. Dann mussten sich die Kandidaten in exakt drei Minuten in einem Eingangsstatement beweisen. Sie sollten dem sachkundigen Publikum darlegen, warum ausgerechnet ihre Partei die beste in Sachen Bildungspolitik ist. Die Reihenfolge der Reden folgte nicht dem Protokoll, sondern wurde per Los kurzfristig entschieden.

Renate Will, Stellvertretende Landesvorsitzende der FDP zog die Nummer eins. In ihrem Plädoyer betonte sie das Recht auf Bildung, forderte mehr Geld und Freiheit für die Schulen, passgenaue Schulen sowie ein kostenfreies letztes Kindergartenjahr. Zudem sprach sie sich für eine längere gemeinsame Schulzeit aus.

Prof. Dr. Gerhard Waschler, bildungspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, stellte den Ausbau der Ganztagsbetreuung und die Verbesserung in der Lehrerversorgung als Erfolge der CSU-Regierung heraus. In Bayern sei der individuelle Bildungserfolg unabhängig von der sozialen Herkunft.

Seine Bescheidenheit ablegend nannte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Franz Maget, dies "Schönrederei". Er erinnerte daran, dass seine Partei als "Reformmotor" Ganztagsschulen, frühkindliche Förderung und Schulsozialarbeit erst ins Gespräch gebracht habe. Maget versprach eine Verbesserung der Situation an Schulen durch die von der SPD seit langem geforderte Bildungsmilliarde.

Als nächster musste Hubert Aiwanger, Landesvorsitzender der Freien Wähler, in den Ring. Er pries die schlagkräftige Basis seiner Partei und machte sich für pragmatische, sachorientierte und dezentrale Lösungen im Bildungswesen stark.

Laut Margarete Bause, Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, setzen Bündnis 90/Die Grünen Bildung an erste Stelle, weil sie Teilhabe ermögliche und Benachteiligung ausgleiche. Gerechtigkeit, Leistung und Vertrauen seien die Grundpfeiler grüner Bildungspolitik. Sie ging einen Schritt weiter als ihre "Oppositionskollegen" und forderte eine neunjährige gemeinsame Schulzeit.

Schwungvolle Saxophonmusik, vorgetragen von der Schülervertreterin Judith Bürzle, erinnerte nicht nur an die Einhaltung der Redezeit, sondern sorgte auch im zweiten Teil des Abends für reibungslosen Wechsel: Rollierend mussten die Politiker/innen sich unterschiedlichen Gruppen stellen. Reden durften in dieser Runde vor allem die Teilnehmer, die Politiker waren aufgefordert, viel zuzuhören. Basierend auf fünf vom Forum Bildungspolitik erarbeiteten Forderungen wurden Fragen gestellt, Anregungen und Wünsche geäußert und Analysen vorgetragen. Auch Kritik mussten sich die Kandidaten anhören.

Ob sie die Beiträge nicht nur gehört, sondern auch verstanden haben, konnten die Politiker in der dritten und letzten Runde unter Beweis stellen. In einem wiederum exakt dreiminütigen Abschlussstatement sollten sie sagen, was sie nach der Landtagswahl umsetzen werden. Einig waren sich die Politiker, dass im Bereich der Förderschulen größere Anstrengungen nötig sind und dass sie an einer lehrreichen, interessanten Veranstaltung teilgenommen haben. Manche Gespräche wurden im informellen Teil fortgesetzt. Die Entscheidung, wie es in der bayerischen Bildungspolitik weiter gehen wird, haben nun am 28. September die Wählerinnen und Wähler.

Mehr zum Forum Bildungspolitik in Bayern unter: www.forum-bildungspolitik.de
Forderungen zur Landtagswahl 2008: www.forum-bildungspolitik.de/positionen/index_landtagswahl_2008.html
 

Forum Bildungspolitik in Bayern

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