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Mit Schwung und Selbstbewusstsein ins zweite Jahrzehnt
Geburtstagsfeier des Forum Bildungspolitik in angenehmer Atmosphäre
6. Oktober 2001 in Nürnberg

 
Flyer
Programm
Reder von Sprecher Albin Dannhäuser (9 Seiten)
Pressemitteilung

 

Zehn Jahre nach Gründung des Forum Bildungspolitik trafen sich Vertreter der 24 Mitgliedsorganisationen in Nürnberg zu einer „Geburtstagsfeier“, deren anspruchsvolles Programm in hohem Maße überzeugte. Siegfried Pallmann, der die Veranstaltung souverän moderierte, konnte unter den etwa  150 Gästen neben dem VBE-Bundesvorsitzenden Dr. Ludwig Eckinger auch Vertreter aus der Landes- und Kommunalpolitik begrüßen. Sein besonderer Gruß galt den Mitgliedern des Nürnberger Stadtrates Barbara Regitz (CSU), Horst Förther (SPD), Brigitte Wellhöfer (Bündnis 90 / Die Grünen) und Dr. Frank Knapp, dem Kreisvorsitzenden der Nürnberger FDP.
Als Repräsentanten des Bayerischen Landtags begrüßte er Joachim Herrmann,  stellvertretender Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion, Eberhard Irlinger (SPD), Vorsitzender des Landtagsausschusses für Bildung, Jugend und Sport und Petra Münzel, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen.
Schwungvoll umrahmt wurde der gelungene Vormittag von den Windsbacher Blechbläsern unter Leitung von Hartmut Kawohl.

Bildung braucht Verbündete

BLLV-Präsident Albin Dannhäuser, der Initiator und Sprecher des Forum Bildungspolitik, erinnerte in seiner mit „Bildung braucht Verbündete“ überschriebenen Rede an die Anfänge dieses überparteilichen Bündnisses und nannte das gemeinsame Ziel: „Uns alle verbindet eine große Verantwortung und eine mächtige Idee. Es ist die Idee, dass allen jungen Menschen durch bessere Bildung und Erziehung bessere Chancen eröffnet werden, für eine bessere Zukunft“.
Der Forum-Sprecher machte deutlich, dass die Gründungsidee des „Forum Bildungspolitik in Bayern“ nichts an Aktualität und Dringlichkeit verloren hätte. Das Gegenteil sei der Fall: „Bildung ist die entscheidende Investition in die Zukunft jedes einzelnen jungen Menschen, in die soziale und wirtschaftliche Stabilität des Landes und in die Entwicklung eines demokratischen Gemeinwesens“. Auf die enormen Herausforderungen der Globalisierung, der Digitalisierung, der Wanderungsbewegungen und auf den Wunsch, in einer friedlichen, gerechten Welt zu leben, gebe es vor allem eine Antwort: Bestmögliche Bildung und Erziehung, die an Werte der Humaität und der friedlichen Demokratie gebunden sind.
Dannhäuser verwies auf das vom Forum Bildungspolitik einstimmig beschlossene Positionspapier mit dem Titel „Demokratie leben und lernen – Innere Schulentwicklung als Demokratisierungsprozess“ (siehe Kasten) und stellte eine hohe Übereinstimmung mit den Ideen der Kultusministerin fest.

Kultusminister/in hat keine Zeit

Dass es dennoch nicht ganz einfach ist, einen Termin im Kultusministerium zu erhalten, stellten Helga Müller-Bardorff, Elke Leo, Georg Wiesmaier und Andreas Hanke in dem von Dr. Anselm verfassten Sketch dar. Mit charmanter Kritik und gekonnter Ironie zeigten sie die Probleme auf, die Lehrer, Eltern und Schüler haben, wenn sie sich ernsthaft im Schulforum engagieren. Bei der Erklärung des Wortes „Subsidiarität“ wird deutlich, dass sich Satire und schulpolitische Wirklichkeit gelegentlich sehr ähneln: „Das mit der Subsidiarität verstehe ich so: Bisher hat das Kultusministerium alleine – von oben herab – entschieden, welche und wie viele Unterrichtsstunden gekürzt werden. Künftig dürfen die Schulen selbst auswählen, wo sie am liebsten streichen wollen. Die einen kürzen dann lieber im musischen Bereich, die anderen im naturwissenschaftlichen. Das entspricht doch auch der Forderung des Forum Bildungspolitik nach einer größeren Selbstständigkeit der Einzelschule. Außerdem wird die Fähigkeit zum problemlösenden Denken gefördert“.
Schließlich waren doch alle Diskussionen um die richtigen Gesprächsthemen umsonst: Der Minister (oder war es die Ministerin?) musste im letzten Moment absagen, fast wie im richtigen Leben.
Hauptschüler stellten Projekt vor
Professionell, engagiert und mit berechtigtem Selbstbewusstsein stellten anschließend drei Schüler der Hauptschule Insel Schütt (Nürnberg) ihr Projekt  „Wir sagen NEIN gegen RECHTS“ vor. In diesem Projekt haben sich die Schülerinnen und Schüler einer achten Hauptschulklasse ein Lern- und Informationsprogramm erarbeitet, mit dessen Hilfe sie in anderen Schulen Präventivarbeit leisten. Die Schülergruppe stellte nicht nur die einzelnen Teilschritte vor, die bei diesem Projekt zu gehen waren. Sie zeigten auch ein selbst gedrehtes Video zum Thema und überraschten mit einer professionell produzierten Power-Point-Präsentation.
Nach der beeindruckenden Präsentation bewies sich Klassenlehrer Markus Drexl als überzeugendes Modell für einen demokratischen Mahner, indem er ebenso mutig wie kompetent auf die Defizite der politischen Bildung in Schule und Lehrerbildung aufmerksam machte. Der lang anhaltende Beifall galt Schülern und Lehrer gleichermaßen, die mit ihrem Projekt bei bekannten Wettbewerben (z.B. Goldener FLOH und Demokratisch Handeln) bereits hohe Auszeichnungen erhalten haben.

Hohe Übereinstimmung zwischen Politikern und Positionspapier

Joachim Herrmann (MdL) sprach zwar offiziell als Stellvertretender Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, schlüpfte aber auch gelegentlich in die Rolle des Vaters schulpflichtiger Kinder, die sich allesamt in der Schülermitverantwortung engagieren: „Natürlich freue ich mich über dieses Engagement meiner Kinder. Dieser Einsatz ist aber zugleich für mich ein zusätzlicher Ansporn, zu überlegen, wie wir Eigenverantwortung und Mitwirkung der Schüler, Eltern und Lehrer in unseren bayerischen Schulen verstärken, erweitern und verbessern können“.
Herrmann begrüßte das Positionspapier des Forum Bildungspolitik und bot für die Umsetzung den intensiven Dialog mit der CSU-Landtagsfraktion an.
Eberhard Irlinger (MdL), Vorsitzender des Landtagsausschusses für Bildung, Jugend und Sport, forderte in seinem Grußwort dazu auf, ein stärkeres Augenmerk auf die „Alltagsdemokratie“ in den Schul- und Bildungseinrichtungen zu legen: „Mitwirkung und Mitbestimmung dürfen im Schulalltag nicht zu Worthülsen verkommen. Es muss dafür gesorgt werden, dass die Betroffenen wirklich zu Beteiligten werden“.
Petra Münzel (MdL), bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen stellte eine hohe Übereinstimmung zwischen den Programmpunkten ihrer Fraktion und dem Positionspapier des Forum Bildungspolitik fest und hoffte, dass diese wichtigen Punkte nun auch wirklich politisch umgesetzt würden. Wie bereits Albin Dannhäuser wies auch Münzel darauf hin, dass Reden und Handeln in der Politik übereinstimmen müssten und nannte in diesem Zusammenhang das „Kesseltreiben gegen Heinz Kreiselmeyer“ unwürdig und engstirnig.
Den Abschluss der in sehr angenehmer Atmosphäre verlaufenen Veranstaltung bildete das Schlusswort der Landesschülersprecherin Charlotte Aumeier, in dessen Verlauf sie ihre „Traumschule“ vorstellte.

Klaus Wenzel

Forum Bildungspolitik in Bayern

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